Verletzter Rabe
Auf unserem heutigen Spaziergang im Crauthemer Wald (Gemeinde Roeser) entdeckten wir plötzlich einen Raben mit einem lahmen Flügel. Der Vogel trippelte auf der Stelle neben einem der Fitness-Geräte des Trimm-dich-Pfads und gab Rufe von sich, die von Artgenossen in den Wipfeln der Bäume beantwortet wurden.
Wir konnten uns dem Raben nähern, ohne dass dieser versuchte, ins Dickicht zu flüchten. Der linke Flügel hing lahm herunter weswegen der Vogel auch nicht mehr fortfliegen konnte. Nicole schlug vor das Auto zu holen, damit wir den Raben mit Momos Decke einfangen konnten. Während sie zum Wagen zurücklief, weilten Fabrice, Momo und ich bei dem verletzten Vogel im Wald.
Plötzlich hörten wir ein Auto, doch es war nicht Nicole, sondern eine ältere Dame mit ihren beiden Hunden, die ebenfalls zum Spaziergang bis an den Waldrand gefahren war. Ich bat sie, ob sie nicht zufälligerweise einen Karton oder etwas Ähnliches im Wagen hätte, damit ich den verletzten Raben einfangen könnte, meine Frau wäre bereits unterwegs um unser Auto zu holen, wir würden das hilfsbedürftige Tier dann nach Düdelingen in die Pflegestation für Wildtiere bringen.
Die freundliche Dame sah den Vogel mit dem lahmen Flügel und meinte, dass er in der Tat keine Überlebenschance im Wald hätte, da sie schon einmal in diesem Wald gesehen hatte, wie ein toter Vogel von seinesgleichen aufgefressen worden war. Sie hatte zwar noch nichts von der Pflegestation gehört, bot mir aber sofort eine Ökotasche an, welche ich dankend annahm, da ich mir erhoffte, das verletzte Tier darin transportieren zu können. Als ich mich jedoch mit dem Plastiksack dem Raben näherte, suchte dieser sofort Schutz in den kniehohen Brennnesseln neben dem Waldweg, so dass ich es mit Shorts bekleidet erst einmal vorzog, auf Nicole zu warten.
Einige Minuten später hörten wir wieder ein Auto, diesmal war es Nicole. Sie hatte außerdem einen Pappkarton bei einer in Crauthem wohnenden Bekannten organisiert, so dass das Transportproblem vorerst gelöst war. Nicole nahm nun Momos Autodecke aus dem Kofferraum unseres hundefreundlichen Autos 😉 und schlug vor den Raben einzufangen. Da sie lange Jeans trug, würden die Brennnesseln sie auch nicht aufhalten. Der Vogel war aber mittlerweile auf den Weg zurückgekehrt, so dass es Nicole problemlos gelang ihn mit der Decke einzuhüllen um ihn dann vorsichtig in den Karton zu setzen, den ich ihr aufhielt. Wir klappten sofort die Deckel zu, die allerdings noch eine Lücke aufließen, so dass der Rabe noch genug Luft bekam, ohne jedoch aus dem Karton herausklettern zu können. Momo bekam den verletzten Passagier neben sich in den Kofferraum gesetzt und nachdem ich die geliehene Ökotasche mit einer Notiz am Auto der freundlichen Dame befestigt hatte, ging’s ab nach Düdelingen.
Die freundliche Mitarbeiterin der Pflegestation nahm sich sofort des Vogels an. Sie klärte uns auf, dass es sich um ein junges Tier handelte und tastete dessen verletzten Flügel ab. Eine Röntgenaufnahme wäre angebracht, deshalb brachte sie den Raben zuerst ins Nebenzimmer um anschließend noch Informationen zum Fundort und unsere Personalien aufzunehmen. Wir bedankten uns und hoffen, dass es dem jungen Raben bald besser geht, so dass er wieder flügge wird.